Donnerstag, 4. Dezember 2008

Bundles oder Made-to-Order Produkte in Magento

Da immer wieder nach den Unterschieden bzw. Besonderheiten bei Bundles bzw. Made-to-Order Produkten innerhalb Magento nachgefragt wird, hier ein kurzer Erklärungsversuch.

Der Begriff „Bundle Products“, so wie er von Varien - dem Hersteller von Magento - verwendet wird, kann leicht missverstanden werden. Deshalb ist es selbsterklärender, wenn man von „Made-to-Order“-Produkten spricht. Denn es handelt sich nicht um ein Bündel aus mehreren einzelnen Artikeln, z.B. Hemd und Krawatte, sondern um ein fertiges Produkt, das aus mehreren Komponenten zusammengesetzt wird. Diese Komponenten stehen in verschiedenen Ausfertigungen zur Verfügung, und der Kunde stellt sich hier seine individuelle Konfiguration zusammen.

Wo liegt der Unterschied zu den Configurable Products? An der Art und Menge der Konfigurationseinstellungen. Beim Configurable Product werden Eigenschaften konfiguriert, also z.B. Farbe oder Größe. Die Simple Products, die dabei konfiguriert werden, sind bereits physikalisch vorhanden. Indem sie als Configurable Product zusammengefasst werden, vereinfacht sich die Darstellung des Angebots für den Benutzer. Bei der Bestellung müssen alle Attribute konfiguriert werden, damit klar wird, welches Simple Product gewünscht wird.

Beim Bundle Product werden Bestandteile konfiguriert, also z.B. die Festplatte, Grafikkarte oder Prozessor beim PC. Die einzelnen Bestandteile sind auf Lager und werden erst nach Eingang einer Bestellung zu einem fertigen Endprodukt zusammengebaut. Maus und Tastatur können in diesem PC-Beispiel ebenfalls konfiguriert werden, bleiben aber eigenständige Produkte. Bei der Konfiguration kann der Anbieter seinen Kunden auch diverse Freiheiten einräumen. Er kann

  • für jede Komponente einen Defaultwert vorschlagen
  • verlangen, dass für jede Komponente eine Auswahl getroffen wird
  • aber auch zulassen, das eine Komponente nicht bestellt wird
  • oder zulassen, dass von bestimmten Komponenten mehrere Stück bestellt werden.

Und genau diese Vielfalt ist nur mit Bundle Products möglich. Wären nur 2 PCs verfügbar, die sich lediglich in der Kapazität der Festplatte unterscheiden, wäre ein Configurable Product noch möglich. Aber mit jeder weiteren Komponente und Variante kann die Anzahl an möglichen Kombinationen ins Unermessliche steigen, so dass die Darstellung mit einem Configurable Product nicht mehr möglich ist.

Ein weiterer Anwendungsbereich für Bundle Products liegt bei Artikeln, die auf Kundenwunsch zugeschnitten werden, z.B. Holzbretter oder Stoff zum Schneidern. Der Stoff ist im Ballen vorrätig, und es wird immer nur so viel abgeschnitten, wie der Kunde bestellt, und kein vernünftiger Stoffhändler würde auf die Idee kommen, sich Stoffstücke unterschiedlicher Länge auf Lager zu legen und für 1,50 m einer Qualität eine andere Artikelnummer als für 1,60 m, 1,80 m und 2,50 m zu vergeben.

Mit den Bundle Products bietet Magento eine interessante neue Möglichkeit, mit der der Shop für ein zusätzliches, recht attraktives Marktsegment einsetzbar ist. Denn die Menge der auf Kundenwunsch produzierenden Betriebe - dem bekannten Trend des auf Neudeutsch genannten Customizings sei Dank - ist durchaus beträchtlich.

Wie nun die Konfiguration von Bundle Products im Back-End vorgenommen werden muss und welche einzelnen Möglichkeiten bestehen, wird im Magento Benutzerhandbuch von TechDivision beschrieben.