Magento-CEO Roy Rubin plaudert in nachfolgendem Interview über die aktuelle Entwicklung der Shop-Software, das Business- und Lizenzmodell sowie die wichtigsten Märkte und Konkurrenten.
Erzählen Sie etwas mehr über Magento. Wie verdienen Sie ihr Geld und wie sieht ein typischer Magento-Kunde aus? Können Sie uns hier einige Zahlen oder Statistiken über die Entwicklung von Magento liefern?
Magento ist eine Open Source eCommerce-Plattform, die Händlern eine hochentwickelte und solide Softwarebasis für ihr Onlinegeschäft bietet. Magento erlaubt es, innerhalb kürzester Zeit verschiedene Arten von eCommerce-Webseiten mit einer einzigen Plattform zu entwickeln und zu veröffentlichen.
Dabei ist Magento in zwei Versionen verfügbar: einer kostenlosen Community Edition sowie einer lizenzpflichten Enterprise Version. Das Businessmodel ist dabei primär auf die Enterprise-Version ausgerichtet, die neben zusätzlichen Features auch diverse Support- und Garantieleistungen beinhaltet.
Magento wird derzeit bereits von zigtausenden von Shopbetreibern produktiv eingesetzt, die damit ein beträchtliches Umsatzvolumen abwickeln. Inzwischen wurde die magische Grenze von 1 Mio. Downloads geknackt. In den ersten acht Wochen nach Vorstellung der Enterprise-Version hatten wir über 7.000 konkrete Anfrage, die sich für die Software interessieren.
Ein typischer Magento-Kunde ist für uns eine Organisation, die das Potential aber auch die kritischen Ansatzpunkte bei einer eCommerce-Software erkannt haben und in der Folge starke Support- und Garantieleistungen (inkl. SLA) sowie Enterprise-Funktionalitäten erwarten. Unsere heutigen Kunden reichen von kleineren Händlern, über klassische Handelsunternehmen und reine Internethändler in unterschiedlichsten Größenordnungen bis hin zu Fortune 500 Unternehmen.
Wie sieht ihr Business- bzw. Lizenzmodell aus? Handelt es sich hier um reinen Support (plus Open Source) oder verwenden Sie eine Art „Open Core“ Model. Wenn das so ist: Wo machen sie den Unterschied zwischen Open Source Komponenten und proprietären Teilen. Wie wird definiert was Open Source wird und was der kostenpflichtigen Version vorbehalten bleibt?
Mit dem Release der Enterprise-Version haben wir kürzlich ein „Open Core“ Model gelauncht. Wir haben uns nach den ersten 12 Monaten unter einem reinen Support-Modell zu diesem Schritt entschlossen. Mit dem Release von Magento-Enterprise haben wir das Zielsegment von Magento verändert. Die Entscheidung, ob Komponenten frei bleiben oder Teil der Enterprise-Version werden, wird hauptsächlich durch unsere Partner und Kunden getroffen. Unsere Road-Map für die Community-Edition wird durch unser Community-Advisory Board festgelegt, das wir genau für derartige Entscheidungen und Steuerungen ins Leben gerufen haben.
Gibt es Branchen und Ländern in denen Magento besonders stark vertreten ist?
Magento ist primär auf den B2C-Bereich ausgerichtet, eine spezifische Branchenausrichtung gibt es nicht. D.h. Die Software wird in den unterschiedlichsten Branchen verwendet. Wenn man die geografische Verbreitung betrachtet, liegen Hauptmärkte derzeit in den USA und in Europa – hier insbesondere in Frankreich und Deutschland.
Welche Auswirkungen hat die Rezession auf ihr Business?
Das Wirtschaftsklima hatte bislang einen sehr positiven Effekt auf unser Business, da mittlere und größere Unternehmen immer stärker auf das Thema Kosten, Flexibilität sowie Time-to-Market achten. Magento verfügt über die gleichen oder vergleichbaren Features wie führende Enterprise eCommerce-Softwarelösungen bei einem Bruchteil der Kosten und bei schnellerer Einführung. Für Online-Händler ist dies ein entscheidender Faktor, da jeder Offline-Tag verlorene Einnahmen bedeutet.
Wo sehen Sie Ihre Hauptkonkurrenten – sowohl im Open Source als auch im „klassischen“ Enterprise-Segment und warum ist Magento die bessere Wahl?
Im klassischen Enterprise-Markt konkurrieren wir mit IBM, Microsoft und einigen weiteren Anbietern. Im Open Source Bereich ist die Konkurrenz sehr überschaubar. Hier gibt es allerdings auch einige recht interessante Open Source Projekte wie beispielsweise Apache´s OFBiz.
Quelle: CNET
Donnerstag, 9. Juli 2009
Aktuelles Interview mit Roy Rubin
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